Hausarrest

Juli 25th, 2010 by dagmar

Nachdem rund 5 Wochen hier kein Regen gefallen war und es für mich eine Tortour war den Riesengarten mit allen Töpfen pro Tag mit 300 l zu versorgen, so freute ich mich über den Regen.

Leider meine Tiger auch: aber auf ihre Art und Weise.

Am Mittwoch musste ich eine Echse retten, die sie hierher verschleppt hatten.

Am Samstag um 7.00 Uhr musste ich miterleben wie unter meinem Schreibtisch ein Mäuschen verschleppt und gekillt wurde. Als dann gegen 9.00 Uhr ein armer Specht hier um sein Leben zitterte hatte ich die Faxen dicke….

Ich kam mir ja schon vor als wäre ich mitten in einem Umzug - Möbel vorrücken, Möbel nach hinten rücken und dann auch noch die Katzen in sicheren Abstand bringen, dass die armen Opfer überhaupt eine kleine Chance haben…. Lieb von Eulchen, dass er an mein Frühstück denkt und mich versorgt, wenn ich schon selber keine Mäuse jagen kann, aber die armen quitschenden Kerlchen tun mir gnadenlos leid…. Dennoch bekommt Eulchen seine Streicheleinheiten wenn er seine katzentypischen Begabungen auslebt (was mir allerdings wirklich nicht gefällt, aber eben Natur ist….)

Mit viel Mühen die vier Rebellen in die Küche bugsiert, den zitternden Specht in die Hände genommen und draußen auf einen recht hohen Busch gesetzt. Glücklich war ich, als ich ihn nach rund 15 Minuten abfliegen sah.

Zum Opfer machte ihn die Tatsache, dass sie meist einzeln beziehungsweise paarweise in Wäldern, Baumpflanzungen und Gärten leben. Sie vereinigen sich nur ausnahmsweise, außerhalb der Brutzeit, zu größeren Gruppen. Die Spechte bewegen sich fast nur kletternd, hüpfen ungeschickt auf dem Boden und fliegen ungern weite Strecken.

Ich hoffe, der kleine Kerl wird nun die Möglichkeiten des Fliegens “intensivieren”.

Klasse war der mit seinem Hauschnabel, hat sich leicht in meine Hand gepieckt, aber wohl weniger um mir weh zu tun, sondern mehr aus Angst aus dem Gebüsch abzustürzen auf welches ich ihn (relativ) katzensicher (somit für ihn hoch) untergebracht habe. Keine Panik wenn ich vor ihm stand, aber ein pochendes Herzchen und ganz große wache Augen.

Nun, kleiner Kerl, dann wünsche ich Dir ein langes, katzensicheres Leben.

Posted in 57 - Juli 2010 |

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